Vestibuläre Rehabilitation nach IVRT bei Lagerungsschwindel, Drehschwindel, Schwankschwindel und Gleichgewichtsstörungen.
Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom – und eines der belastendsten, die es gibt. Wer nicht sicher stehen kann, verliert Selbstständigkeit, meidet Bewegung und gerät schnell in einen Kreislauf aus Unsicherheit und Sturzangst. Ein grosser Teil der Schwindelformen hat seinen Ursprung im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs, dem Vestibularorgan. Und genau diese Formen sind physiotherapeutisch sehr gut behandelbar.
Wir arbeiten nach dem Konzept des IVRT – Institut für vestibuläre Rehabilitationstherapie. Es beruht darauf, dass das Gehirn lernfähig ist: Fällt ein Gleichgewichtsorgan teilweise aus oder liefert es falsche Signale, kann das zentrale Nervensystem lernen, diese Information neu zu gewichten. Dieser Anpassungsprozess passiert aber nicht von allein – er muss durch gezielte, dosierte Reize ausgelöst werden.
Schwindelformen, die wir behandeln
- Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) – kurze, heftige Drehattacken beim Hinlegen oder Drehen im Bett
- Einseitiger Ausfall des Gleichgewichtsorgans, etwa nach einer Neuritis vestibularis
- Schwankschwindel und Unsicherheitsgefühl beim Gehen
- Zervikogener Schwindel mit Ursprung in der Halswirbelsäule
- Gleichgewichtsstörungen und Sturzangst im höheren Alter
- Anhaltender Schwindel nach einer Gehirnerschütterung
- Persistierender postural-perzeptiver Schwindel (PPPD)
Ablauf der Therapie
Differenzierung
Zuerst muss geklärt werden, um welche Schwindelform es sich handelt. Wir führen dafür spezifische Testmanöver durch und beobachten die Augenbewegungen – sie verraten, welches Bogengangsystem betroffen ist.
Befreiungsmanöver
Beim Lagerungsschwindel lässt sich die Ursache meist direkt beheben: Mit einem gezielten Lagerungsmanöver werden die verlagerten Ohrsteinchen zurückbefördert. Häufig genügen ein bis drei Sitzungen.
Habituation und Adaptation
Bei Ausfällen und chronischem Schwindel arbeiten wir mit dosierten Blick-, Kopf- und Gleichgewichtsübungen, die das Gehirn schrittweise an die veränderte Information gewöhnen.
Alltagssicherheit
Gangschulung, Standtraining und Sturzprophylaxe, damit die gewonnene Sicherheit auch draussen und unter Ablenkung trägt.
Wichtig vor der Behandlung
Schwindel kann in seltenen Fällen ernste Ursachen haben, die medizinisch abgeklärt gehören – etwa neurologische oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Schwindel neu auftritt, von Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen oder starken Kopfschmerzen begleitet wird, gehört das zuerst ärztlich untersucht. Bei bereits abgeklärtem Schwindel setzen wir dort an, wo die Medizin an ihre Grenzen kommt: beim Wiedererlernen von Gleichgewicht und Sicherheit.
Häufige Fragen
Wird mir bei den Übungen schwindlig?
Ja, das ist Teil des Konzepts. Die Übungen sind so dosiert, dass sie einen kontrollierten, gut aushaltbaren Schwindel auslösen – nur dadurch lernt das Gehirn um. Sie bestimmen dabei das Tempo.
Wie schnell hilft die Behandlung?
Beim Lagerungsschwindel oft sofort: Ein erfolgreiches Befreiungsmanöver kann die Beschwerden innerhalb einer Sitzung beenden. Bei einem Ausfall des Gleichgewichtsorgans braucht die Anpassung mehrere Wochen konsequenten Übens.
Muss ich zwischen den Terminen üben?
Unbedingt. Der Lerneffekt entsteht durch Wiederholung – meist zwei bis drei kurze Übungseinheiten täglich. Ohne dieses Eigentraining bleibt die Therapie wirkungslos.
Zahlt die Krankenkasse die Schwindeltherapie?
Mit ärztlicher Verordnung für Physiotherapie ja. Die vestibuläre Rehabilitation ist Teil der physiotherapeutischen Leistungen der Grundversicherung.
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Montag bis Freitag, 07:30 – 19:00 Uhr · Rheinstrasse 23, 8500 Frauenfeld
052 721 97 17 WhatsApp