Gezieltes Training bei Inkontinenz, Senkungsbeschwerden, nach Schwangerschaft und Geburt – mit Biofeedback und Elektrostimulation.
Der Beckenboden ist eine Muskelplatte, die den Bauchraum nach unten abschliesst. Er hält die Organe an ihrem Platz, sichert die Kontinenz und arbeitet bei jeder Bewegung mit – beim Husten, Heben, Lachen und Springen. Weil er nicht sichtbar ist, wird er meist erst wahrgenommen, wenn er nicht mehr funktioniert.
Sowohl eine Schwäche als auch eine dauerhafte Verspannung des Beckenbodens verursacht Beschwerden. Beides lässt sich behandeln – aber mit gegensätzlichen Ansätzen. Deshalb steht am Anfang immer ein sorgfältiger Befund: Ein verspannter Beckenboden, der weiter trainiert wird, wird schlimmer statt besser.
Wann eine Beckenbodentherapie hilft
- Belastungsinkontinenz – Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport
- Dranginkontinenz und häufiger Harndrang
- Senkungsbeschwerden von Blase, Gebärmutter oder Enddarm
- Rückbildung nach Schwangerschaft und Geburt
- Beschwerden nach Prostataoperationen bei Männern
- Chronische Unterbauch- oder Beckenschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Stuhlinkontinenz und Entleerungsstörungen
Womit wir arbeiten
Befund und Wahrnehmung
Viele Menschen können den Beckenboden zunächst gar nicht gezielt ansteuern. Der erste Schritt ist deshalb, ihn überhaupt zu spüren – und die typische Fehlbewegung (Pressen statt Anspannen) zu erkennen.
Biofeedback
Ein Messgerät macht die Muskelaktivität auf einem Bildschirm sichtbar. Sie sehen unmittelbar, ob Sie den richtigen Muskel anspannen – das beschleunigt das Lernen erheblich.
Elektrostimulation
Bei sehr schwacher Muskulatur unterstützt ein sanfter Reizstrom die Kontraktion, bis eine willkürliche Ansteuerung wieder möglich ist.
Training im Alltag
Der Beckenboden muss dann funktionieren, wenn er gebraucht wird. Wir integrieren die Anspannung in Husten, Heben, Aufstehen und Sport.
Ein geschützter Rahmen
Beckenbodenbeschwerden sind ein sensibles Thema, über das viele Betroffene jahrelang nicht sprechen. Bei uns findet die Behandlung in einem Einzelraum statt, in Ihrem Tempo und mit genau so viel Untersuchung, wie Sie zustimmen. Melanie Roth ist im Bereich Beckenbodentherapie für Frauen entsprechend weitergebildet. Sagen Sie bei der Terminvereinbarung einfach, worum es geht – wir planen dafür genügend Zeit ein.
Häufige Fragen
Ist eine innere Untersuchung nötig?
Nicht zwingend. Vieles lässt sich über Beobachtung, Tasten von aussen und Biofeedback beurteilen. Eine interne Untersuchung erfolgt nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis und nur, wenn sie für die Behandlung wirklich etwas bringt.
Wie lange dauert es, bis ich eine Besserung merke?
Muskulatur braucht Zeit: Erste Veränderungen zeigen sich meist nach vier bis sechs Wochen konsequenten Trainings, deutliche Fortschritte nach drei Monaten. Entscheidend ist die Regelmässigkeit, nicht die Intensität.
Kann ich auch nach der Rückbildungsphase noch kommen?
Ja. Auch Jahre nach einer Geburt lässt sich der Beckenboden erfolgreich trainieren. Es ist nie zu spät, damit anzufangen.
Behandeln Sie auch Männer?
Ja, insbesondere nach Prostataoperationen und bei chronischen Beckenschmerzen. Auch hier gilt: Der Beckenboden ist trainierbar, unabhängig vom Geschlecht.
Termin vereinbaren
Montag bis Freitag, 07:30 – 19:00 Uhr · Rheinstrasse 23, 8500 Frauenfeld
052 721 97 17 WhatsApp