Gezielte Untersuchung und Behandlung von Funktionsstörungen an Gelenken, Muskeln, Sehnen und Nerven – mit den Händen, ohne Geräte.
Manuelle Therapie ist eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie, die auf eine sehr genaue Untersuchung setzt. Bevor behandelt wird, wird geprüft: Welches Gelenk bewegt zu wenig, welches zu viel? Kommt der Schmerz aus dem Gelenk selbst, aus der Muskulatur, aus einer Sehne oder von einem gereizten Nerv? Erst wenn klar ist, welche Struktur die Beschwerden auslöst, ergibt die Behandlung Sinn.
Der wichtigste Unterschied zur reinen Massage: Manuelle Therapie behandelt nicht dort, wo es weh tut, sondern dort, wo die Ursache liegt. Ein Nackenschmerz kann von einer eingeschränkten Brustwirbelsäule kommen, ein Fersenschmerz von einer Blockade im Fussgewölbe. Die Untersuchung deckt solche Zusammenhänge auf.
Typische Beschwerdebilder
- Rückenschmerzen im Lenden-, Brust- und Halswirbelbereich
- Nackenverspannungen mit Ausstrahlung in Kopf oder Arm
- Schulterbeschwerden: Impingement, Frozen Shoulder, Rotatorenmanschette
- Ellbogen- und Handgelenkbeschwerden wie Tennis- oder Golferellbogen
- Hüft- und Kniebeschwerden, auch nach Operationen
- Fuss- und Sprunggelenkbeschwerden nach Verstauchungen
- Kiefergelenkbeschwerden mit Knacken oder eingeschränkter Mundöffnung
- Bewegungseinschränkungen nach längerer Ruhigstellung
Welche Techniken wir einsetzen
Mobilisation
Rhythmisch wiederholte, dosierte Bewegungen im Gelenk bringen eingeschränkte Bewegungsrichtungen zurück und verbessern die Gelenkschmierung.
Weichteiltechniken
Gezielte Arbeit an verkürzter Muskulatur, Faszien und Sehnenansätzen – oft die Voraussetzung dafür, dass ein Gelenk überhaupt wieder frei wird.
Neurodynamik
Behandlung von Nerven, die in ihrem Verlauf zu wenig Gleitfähigkeit haben. Typisch bei ausstrahlenden Schmerzen in Arm oder Bein.
Aktive Übungen
Was manuell gewonnen wird, muss muskulär gehalten werden. Deshalb gehört zu jeder Behandlung ein Übungsteil.
Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Bei akuten Blockierungen spüren viele Patientinnen und Patienten bereits nach der ersten oder zweiten Behandlung eine deutliche Veränderung. Chronische Beschwerden, die über Monate oder Jahre entstanden sind, brauchen mehr Zeit – meist eine Serie von sechs bis neun Sitzungen, kombiniert mit einem konsequenten Heimprogramm. Wir sagen Ihnen nach zwei bis drei Behandlungen ehrlich, ob die Therapie greift oder ob eine weitere Abklärung sinnvoller wäre.
Häufige Fragen
Wird bei der manuellen Therapie "eingerenkt"?
Wir arbeiten überwiegend mit sanften Mobilisationstechniken. Ruckartige Manipulationen mit Knackgeräusch sind nicht das Mittel der Wahl und werden bei uns nur sehr zurückhaltend und nach klarer Indikation eingesetzt.
Ist manuelle Therapie schmerzhaft?
Die Behandlung bewegt sich in einem gut auszuhaltenden Bereich. Bei stark gereizten Strukturen arbeiten wir bewusst unterhalb der Schmerzgrenze – Schmerz löst Muskelspannung aus und macht die Behandlung wirkungslos.
Brauche ich eine spezielle Verordnung für manuelle Therapie?
Nein. Eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie genügt. Welche Techniken im Rahmen der Behandlung eingesetzt werden, entscheiden wir aufgrund des Befunds.
Was soll ich zur Behandlung mitbringen?
Bequeme Kleidung, in der Sie sich bewegen können, sowie vorhandene Berichte oder Bilder (Röntgen, MRI). Für die Untersuchung ist es hilfreich, wenn die betroffene Körperregion zugänglich ist.
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Montag bis Freitag, 07:30 – 19:00 Uhr · Rheinstrasse 23, 8500 Frauenfeld
052 721 97 17 WhatsApp